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Das lebenswerteste Social Network der Welt

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Der erste Tag im neuen Jahr in der „lebenswertesten Stadt der Welt“: Die kriegsähnliche Geräuschkulisse der Silvesternacht ist verstummt und wenn die Ampeln am Gürtel Rot zeigen, hört man die eigenen Schritte besonders laut über den feuchten Gehsteig treten. Irgendwie erinnert mich das an meinen Google+ Account. Hier ist es schon länger ziemlich still, sogar zu Silvester, als es auf Facebook Neujahrswünsche geregnet hat. Und obwohl Artikel mit Titeln wie „Ten Reasons Why Google+ Will Beat Facebook“ insgeheim Google+ zum lebenswertesten Social Network der Welt gekürt haben, ist die große Völkerwanderung von Facebook zu Google+ bislang noch ausgeblieben.

Der unentschlüsselbare Social Code

Warum mich die Pro-Google-Plus-Artikel, die ich bisher gelesen habe, an die Mercer-Studie erinnern? Sie klammern sich in ihren Argumenten an rationale Maßstäbe wie die Funktionalität, technische Ausgereiftheit und die Vernetzung mit anderen Online-Diensten. Doch die Entscheidungsfindung für ein Social Network ist komplexer als z.B. für ein Anti-Viren-Programm, bei dem ich die Preise und Leistung vergleiche, Userbewertungen und Bewertungen in Fachzeitschriften durchlese und daraus eine Wahl treffen kann. Ein Social Network ist nicht nur ein Gefüge aus Codes, sondern gleichzeitig ein soziales Gefüge. Hier mischt sich Logik mit der Irrationalität der menschlichen Entscheidungsfindung und da kann es auch passieren, dass das besser ausgereifte Konzept den persönlichen und sozial begründeten Entscheidungen zum Opfer fällt. So widersprüchlich beispielsweise die Hassliebe ist, sie gehört zur Empfindung vieler Bewohner von Millionenmetropolen und gleichsam Facebook-Usern. Und auch wenn sie es manchmal selbst nicht verstehen, was sie dort hält – sie sind noch immer da.

Gerade deshalb würde es mich sehr intressieren, wie Psychologen und Soziologen die Entwicklung von Facebook und Google+ bewerten und ob sie sich ebenfalls trauen, Sieger-Prognosen zu machen wie so mancher Social-Media-Experte. Vielleicht kennt ihr ja schon passende Artikel dazu, dann freue ich mich auf eure Hinweise 😉

62 Millionen Nutzer: Bewohner oder Touristen?

Google+ hat laut einem kurz vor Jahresende veröffentlichten Bericht 62 Millionen Nutzer. Wie viele davon aktiv sind und somit zu den treuen Residents gehören und wie viele davon bloß als Touristen vorbeigeschaut haben, die sonst ihren Wohnsitz auf Facebook und/oder Twitter haben, verrät der Bericht nicht. Meine Besuche auf Google+ beschränken sich derzeit nur auf ein paar Wochenend-Trips und Event-Reisen, wenn mal wieder etwas Neues los ist. Ob das so bleibt oder ob ich es mir in meiner Google+Wohnung doch noch gemütlich machen werde, wird sich noch zeigen …

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Written by ilosweb2null

1. Januar 2012 at 21:58

Veröffentlicht in Facebook, Google+

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Wiener Frühstück, Kaffeehausblogs & Twittagesskultur

Nach einer längeren Pause führt mein neuer „Blogs and the City“-Trip in meine Blogheimat, die Kaffeehaus-Kulturhauptstadt Wien.

Ende des 19. Jahrhunderts prägten Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal und andere Wiener Autoren die Kaffeehausliteratur; heute locken Wiener Cafés auch Blogger mit ihrer kreativen, intellektuellen Atmosphäre – oder zumindest mit Gratis WLAN. „Nicht zuhause und doch nicht an der frischen Luft“ beschrieb Kaffeehausliterat Peter Altenberg das Zentrum seines Schaffens. Auch für Blogger oder andere Kreative bietet ein solcher vertrauter Raum abseits des eigenen Zuhauses Vorteile: Tapentenwechsel und neue Inspiration, Vertiefung einer Diskussion nach einer Tastatur-Konversation und – der wahre Lockvogel – Gaumenfreuden! Und genau um die Kombination Web und kulinarischer Genuss drehen sich die nächsten Punkte, das heißt um jene Blogger und Gastgeber, die sich den Online-Genuss zum Motto gemacht haben.

Die Frühstückerinnen
… gehen frühstücken. Und bloggen darüber. Seit ich vor kurzem über diesen Blog gestolpert bin, gehört er zu meinen Favoriten, denn als Fan des regelmäßigen Auswärts-Frühstücks mit der besten Freundin habe ich hier eine Goldgrube von unschätzbarem Wert gefunden. Immerhin 1,758 weitere Fans bedanken sich für die tollen Lokaltipps und leckeren Bildbeiträge.

Wiener Twittagesskultur
Seit meinem letzten Eintrag zum Twittagessen, in dem ich die Idee vorgestellt habe, ist mittlerweile ein Jahr vergangen. Nun kennt es fast jeder, war schon mal dabei oder hat  zumindest darüber gehört oder gelesen (Du nicht? – Dann auf twittagessen.de klicken und gleich für das nächste Twittagessen anmelden). Wien ist mittlerweile zu einer Twittagessmetropole geworden, in der sich das Twittagessen – selten zu Mittag, sondern zumeist am Abend organisiert – als Offline-Ritual unter Onlinern etabliert hat. Ich selbst habe es nach mehrmaligen Anmeldungen und anschließenden Abmeldungen noch nie zu einem Wiener Twittagessen geschafft, sondern nur die Mini-Variante in Krems erlebt. Hoffentlich klappt’s zum nächsten …ääääähm… übernächsten Twittagessen.

Und da die Wiener Tweeple gerne auswärts essen und trinken, sind sie für online-affine Gastgeber zu einer interessanten Zielgruppe geworden:

Café Reisinger’s – Klickeria statt Schickeria
Das Reisinger’s schmückt sich lieber mit Foursquare-Checkins namhafter Blogger als mit Seitenblicke-Adabeis. In Wien ist es längst kein Geheimtipp mehr und gilt als Best Practice für die Verknüpfung von Location Based Services und Gastronomiegewerbe. Das Geheimrezept  ist einfach: Der Multiplikator ist König, ebenso der Stammgast – wer also am häufigsten über Foursquare im Lokal eincheckt oder zumindest einen Tipp hinterlässt, wird mit einem Drink belohnt.  Ich selbst kenne das internetaffine Beisl nur von seiner gut gelungenen Online-Präsenz, aber in den nächsten Tagen werde ich vielleicht auch auf den Offline-Geschmack des Reisinger’s kommen.

Die Wiener Bloggerin Foxy hat bei einem Mittagessen im Reisinger’s das erfolgreiche Konzept weitergedacht und kürzlich ihre Idee vom Geekrestaurant vorgestellt.

Paolo’s – schneller Boxenstopp am Westbahnhof
Viele hungrige Pendler machen auf ihrer Odyssee bei Paolo’s einen Zwischenstopp, weil es da nicht nur die im Bahnhof übliche trockene Ciabatta mit Mozarella und Tomaten gibt, sondern warme und auch ausgefallenere Variationen wie Ciabatta mit Mozarella, Birnen, Honig und Walnüssen. Bei der Vermarktung und Entwicklung der Speisekarte setzt der Eigentümer Alexander Wacker auf Kommunikation via Facebook und Twitter. In einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt erklärte der Gastronom kürzlich, warum er viel Wert auf den Rückkanal im Internet legt und ob und wie Kundenfeedback die Speisekarte tatsächlich beeinflusst. Die extravagante Ciabatta-Variation mit Mozarella, Birnen, Honig und Walnüssen habe ich übrigens schon probiert.  Zu empfehlen für gelantweilte Gaumen!

Update am 05. April 2011: Hab es gestern endlich zu meinem ersten Wiener Twittagessen geschafft und kenne das Reisinger’s nun auch. Beides zu empfehlen!

Written by ilosweb2null

6. März 2011 at 19:41