Ilosweb2null

WM-Special: Wie viel Fußball steckt in Social Media?

leave a comment »

Ilosweb2null-Blog auf Sommerpause? Nein, es ist mehr die WM in Südafrika, die gerade meine Freizeit ganz für sich beansprucht. Auch meine Twitter-Follower, die sich in ihrer Timeline weniger Hashtags wie #ger #ned #arg #gha #uru und stattdessen mehr zum Thema Social Media wünschen, haben hoffentlich bis zum Finale noch Geduld mit mir. Bis dahin können wir ja Fußball und Social Media mit einander verknüpfen. Sie sind sich in einigen Punkten nämlich sehr ähnlich …

1. Mit Herz und Leidenschaft zum Sieg

Wer im Social Web mit einer ähnlichen Leidenschaft präsent ist wie Englands Nationalteam bei der WM in Südafrika, der darf sich nicht über ein enttäuschendes Ergebnis wundern. Außenseiter wie Ghana und Paraguay, die mit Herz und Leidenschaft spielten, waren dagegen eine überraschende Härteprobe für große Gegner. Auch wenn es ihnen nicht gelang, im Viertelfinale Uruguay und Spanien zu bezwingen, bewegten sie die Zuschauer mit ihrer Leidenschaft und ihrem Kampfgeist. Genauso begeistern Blogger mit ihrer Passion für ihr besonderes Steckenpferd und inspirieren ihre Leser mit authentischen Texten und Bildern zu ihrem Lieblingsort, Mode und vielen anderen Themen. K’Naans WM-Hymne „Waving Flag“ fängt etwas von dieser Leidenschaft ein, aber da dieses Video ohnehin bekannt ist, folgt hier ein anderes YouTube-Beispiel für Leidenschaft, Inspiration, Fußball und Südafrika: „Ein Plastikhelm als Symbol südamerikanischer Fußball-Leidenschaft“ (Deutsche Welle).

2. Die Tools sind einfach – es kommt nur darauf an, wie man sie nutzt.

Jabulani von Adidas - wozu?

Ob auf trockenem Gras mit einem Noname-Ball oder im Cape Town Stadion mit dem Jabulani, dem offiziellen WM-Spielball von Adidas – wahre Ballkünstler werden in beiden Fällen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Alles, was sie brauchen ist also ein Ball. Im Social Web ist es ähnlich: Die technischen Tools sind mittlerweile einfach zugänglich und können leicht bedient werden. Der Erfolg hängt erst von anderen Faktoren ab wie der Spieltaktik, Ausdauer, Beständigkeit, Entwicklung und dem Umgang mit den anderen Akteuren auf dem „Spielfeld“. Besonders gute Spieler stechen mit Ideenreichtum und einem individuellen, charakteristischen Stil hervor – auf dem Fußballfeld und im Social-Media-Umfeld.

3. Keine One-Man-Show

Der Selbstdarstellungsdrang ist auf dem Fußballrasen mindestens genauso beliebt wie auf den Social-Media-Plattformen. Obwohl Fußball ein Teamsport ist, leidet er immer mehr unter Alleingang-Versuchen, mit denen sich besonders Stürmer vor großen Clubs profilieren möchten. Von dem demonstrativen „Hallo, hier bin ich! Seht mir zu!“ ist das peinliche Stolpern aber selten weit entfernt. Die Vernetzung mit anderen Spielern kostet dagegen weniger Kraft und hilft dabei, die Chancen besser auszuwerten. Und wer auf Pässe der Teamkameraden wartet, muss auch selbst bereit sein, abzuspielen und zu kombinieren. Die gleiche Erkenntnis kennen wir aus dem Social Web. Wer Twitter nutzt, um sich bloß selbst zu referenzieren und dann auf Retweets der Follower wartet, wird sich irgendwann fragen, wohin die Follower verschwunden sind. Schon der Name verrät, wie wichtig der soziale Aspekt der Nutzung ist und wie hoch die Erwartungen an den Austausch untereinander sind. Und abgesehen davon – macht ein Dialog nicht auch mehr Spaß als ein Monolog?

4. In der Crowd liegt die Kraft.

Crowd-Power leider ohne Erfolg

In seinem Buch „Wisdom of Crowds“ beschreibt James Surowiecki den positiven Effekt der Aggregation von Informationen durch viele verschiedene Beitragende und stellt das kollektive Wissen vor das eines Individuums. Die Stichworte „kollektiv“, „Kollaboration“ und „Crowdsourcing“ kennzeichnen das Zeitalter von Social Media, in welchem technische Entwicklungen die Zusammenarbeit in einer Gruppe und damit die Aggregation von Informationen erleichtern. Der Trend zur dynamischen „Crowd“ dehnt sich auch außerhalb der virtuellen Plattformen aus – ein Beispiel dafür sind Flashmobs wie der New Yorker World Cup Flash Mob in Hannover. Im Fußball begegnet uns der Crowd-Effekt von zwei Seiten: Im Team profitieren die Spieler von der Zusammenarbeit und der gemeinsamen Nutzung der Stärken jedes Einzelnen. Gleichzeitig wird das Team durch eine noch größere Crowd gestärkt, die im Stadion Stimmung macht: die Fans. Je größer und lauter die Fan-Crowd ist, desto mehr Energie fließt auch in das Spiel ihres Teams.

5. David vs. Goliath

Warst du auch traurig, als Ghana gegen Uruguay ausgeschieden ist? Die Spielkommentare in meiner Twitter-Timeline zeigten einen eindeutigen Trend in Richtung Unterstützung für Ghana, das mit einem Einzug ins Halbfinale afrikanische Fußballgeschichte geschrieben hätte. Uruguay war ja immerhin auch schon zweimal Weltmeister. Fußballgrößen haben es in solchen Fällen schwer, Sympathie zu wecken, sofern es sich bei den Zuschauern nicht um ihre treuen Fans handelt. Einen ähnlichen Effekt kennen wir im Social Web, nur geht es hier nicht um einen Sport-Wettbewerb: Der mächtige Goliath klagt den kleinen Blogger David. Wem die Solidarität der Blogosphäre gilt, ist klar. Zuletzt gab es ein Aufatmen der Digital Natives bei dem Tor für YouTube gegen den Medienkonzern Viacom. Der Siegestreffer? – Ich bin gespannt.

Written by ilosweb2null

4. Juli 2010 um 20:09

Veröffentlicht in Sport

Tagged with , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: