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Archive for Mai 2010

Eurovision Songcontest: „Share The Moment!“

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Logo Eurovision Songcontest„And twelve points go to …“, heißt es heute Abend in 39 Ländern Europas. Noch bevor der Eurovision Songcontest 2010 in Oslo in die Endrunde geht, vergebe ich „Douze Points“ an das diesjährige Motto der Show: „Share The Moment“. Der norwegische TV-Sender NRK, der das Thema noch Ende 2009 ankündigte, setzte damit einen neuen Fokus: weg vom einseitigen Senden hin zum Teilen. Woran erinnert uns das? – Genau, an die Prinzipien des Web 2.0 bzw. Social Media.

Die Maßnahmen im Bereich Social Media wurden aus meiner Sicht gut umgesetzt. Die Veranstalter machen nicht nur die kollektive Teilnahme an der Show und das Teilen der Eindrücke zum Thema, sondern bieten auch einen adäquaten Online-Auftritt. Hier eine kleine Analyse zum Social-Media-Auftritt von Eurovision.tv.

Europaweite Vernetzung statt Isolation
Man kann ihn mögen oder nicht – der Eurovision Songcontest ist die größte europäische Fernsehproduktion und lockt immerhin mehr als 120 Millionen Zuseher. Die  Herausforderung besteht nun darin, das große Konglomerat aus verschiedenen Nationen mit all ihren kulturellen Eigenheiten zu vereinen und sie in einer größeren Dimension teilhaben zu lassen als durch den bloßen Empfang einer TV-Sendung. Besonders abwechslungsreich wird die Teilnahme dann, wenn sich die Zuseher aus verschiedenen Ländern vernetzen und ihre Eindrücke und Emotionen teilen. Wie kommentieren die Skandinavier den griechischen Beitrag und was gefällt den Zusehern vom Balkan außerhalb des Ethnopop-Genre? Wie kommt Lena Meyer-Landrut in den baltischen Ländern an?

Facebook und Twitter machen viele Diskussionen transparenter und zugänglicher, die zuvor in geschlossenen Räumen geführt wurden. Die offizielle Facebook-Page zum Songcontest hat immerhin über 125.000 Fans und mal abgesehen von den zumeist passiven „Likes“ ist auch die aktive Teilnahme beachtlich: Die Status-Updates von Eurovision.tv erreichen bis über 1.000 Kommentare und parallel zum Live-Stream der Semifinal-Shows kommunizierten User aus ganz Europa im Facebook-Chat über die Beiträge. Umfangreich war bisher auch die Nutzung des offiziellen Twitter-Hashtags #ESC. Während der Liveübertragungen bin ich so selbst oft über unterhaltsame Tweets gestolpert, die ich viel erfrischender fand als die Kommentare im Fernsehen.

Publikum nachfolgen statt nachtrauern
Die EBU (European Broadcasting Union), zu deren Produktionen unter anderem der Eurovision Songcontest gehört, hat beim TV Summit 2009 Social Media auf ihre Agenda gesetzt. Mit Obamas Wahlkampagne als Vorbild und „Making Change Happen“ als Motto hat sich die europäische Rundfunkunion zum Ziel gesetzt, verlorene Zuseher im Internet wiederzugewinnen. Überlegt werden also zukunftsfähige Modelle, mit denen man auch den „Digital Natives“ entgegenkommt . Mit dem diesjährigen Motto „Share The Moment“ und dem offiziellen Internetauftritt des Eurovision Songcontest wurde ein wichtiger Schritt in diese Richtung gemacht. Ich bin gespannt, wie die weitere Entwicklung aussieht und wie flexibel die EBU und ihre Mitglieder auf neue Trends reagieren werden.

Online-Verweise:
http://www.eurovision.tv
http://www.facebook.com/EurovisionSongContest
Offizieller Twitter-Hashtag: #ESC

Wer sind eure Favoriten dieses Jahr? Viel Spaß beim Mitfiebern, Mitdiskutieren und Punkteraten! 😉

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Written by ilosweb2null

29. Mai 2010 at 12:23

Veröffentlicht in Facebook, Medienzukunft, Twitter

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So fern und doch so nah – Reiseblogs im Fokus

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Istanbul, by Kıvanç Niş/Flickr

„Travel is fatal to prejudice, bigotry and narrow-mindedness“ – Mark Twain

Was Mark Twain wohl über Reiseblogs gesagt hätte? Wie wertvoll kann so eine Hypertextreise für uns Leser werden?

Mit ihren lebendigen Einträgen aus der Ferne, ausgeschmückt mit farbenfrohen Fotos, lassen uns Reiseblogger an ihren Erlebnissen teilhaben, vermitteln jedoch nur soviel, wie Text, Bild und Vorstellungskraft des Lesers erfassen können. Der Anblick einer bunten Gewürzmischung auf dem Basar ist schön, das Empfinden vor Ort mit allen 5 Sinnen aber unbeschreiblich. Doch auch wenn Reiseblogs das eigene Erleben fremder Länder und Kulturen nicht ersetzen können, inspirieren sie uns vielleicht zu neuen Reisen oder zeigen uns die Orte aus anderen Blickwinkeln.

Online-Reiseführer mit Persönlichkeit
Professionelle Reiseführer mit Bloggern hinsichtlich ihrer Qualität zu vergleichen, macht für mich wenig Sinn, weil sie unterschiedliche Bedürfnisse der Leser befriedigen. Der Reiseführer hilft bei der Orientierung, beantwortet grundsätzliche Fragen und bringt einen nützlichen Überblick über interessante Sehenswürdigkeiten mit den wichtigsten Infos. Der Blogger fokussiert sich zumeist auf wenige Orte, die er persönlich interessant findet und haucht ihnen mit Anekdoten etwas Leben ein. Was darin steht, hängt von der Persönlichkeit und den Interessen des Bloggers ab. Ist er Romantiker oder Draufgänger? Lernt er gerne Sprachen? Interessiert er sich für Politik? Welche Musik hört er gerne?

Bereits bekannt und doch neu
Und gerade weil Reiseblogs die individuelle Persönlichkeit des Autoren spiegeln, ergänzen sie in manchen Fällen eigene Erlebnisse, weil sie die Reiseziele aus einer anderen Perspektive zeigen. Ich lese sehr gerne Blogeinträge zu Orten, an denen ich schon einmal gewesen bin. Dazu gehören Reiseberichte aus meiner Heimatstadt Sarajevo, die auch ich mehr als Besucherin und weniger als Bewohnerin kenne. Und dennoch nehme ich die Stadt anders wahr als Menschen, die sie zum ersten Mal besuchen und einen anderen kulturellen Hintergrund haben als ich. Mit ihren Erzählungen erweitern sie dann auch meinen Horizont. Ein gelungenes Beispiel ist der Blogeintrag von Dieter Zirnig  zu seinem Neujahrsbesuch in Sarajevo und Mostar. Wer sonst nur die Webseite der bosnischen Tourismusvereinigung kennt, wird die Städte aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen, in Text sowie in Bild. So nett die Darstellung Bosnien-Herzegowinas als herzförmiges Land auf der Tourismuswebseite auch ist – den wahren Charme des Landes und seiner Leute fängt ein Reiseblogger zumeist besser ein.

Mut zum Andersreisen
Spannend sind Reiseberichte vor allem dann, wenn sie Erlebnisse schildern, an die man sich selbst noch nicht herangewagt hat. „Na die trauen sich was.“ Auf Skepsis folgen Neugier und Bewunderung – und wer mutige Abenteurer oder Auswanderer nicht nur in TV-Dokusoaps verfolgen will, für den sind Reiseblogs eine gute Alternative. Dabei muss man gar nicht so weit reisen, um Skepsis zu begegnen. Die meisten Couchsurfer werden diese Situation kennen:

My friends look at me a mix of disbelief, skepticism and disgust on their faces. „Seriously? You’d let strangers sleep in your home, use your bathroom and leave all their germs around, and you’ll get NOTHING in return? Why would you do that?“ – Elena, Bloggerin

In einem Gastbeitrag im Blog „A Travel Around The World“ erklärt die Mazedonierin Elena ihre Begeisterung für Couchsurfing und schildert dessen Vorzüge, die Skeptiker vielleicht nicht kennen. Sie erzählt beispielsweise, dass sie sich durch die Augen ihrer Gäste in Plätze ihrer Heimatstadt verliebt hat, die sie zuvor kaum kannte. Sie hat die Dinge in einem anderen Licht gesehen und konnte herausfinden, was ihr am meisten an der Stadt gefällt. Wer mehr Eindrücke aus Elenas Leben als Couchsurferin gewinnen will, liest am besten den eigenen Blog des Couchsurfing-Paares Elena & Ivica: CouchLog.

Blogs für Reiseportale
Reiseblogs sind auch aus Unternehmenssicht eine gute begleitende Lösung. Reiseportale, die den Nutzern ihre eigenen Angebote oder Inhalte näher bringen wollen, können ihre Webseite mit einem Blog kombinieren, der die Reiseziele näher under die Lupe nimmt. Zumeist weniger bekannt, aber für bestimmte Zielgruppen besonders lesenswert, sind Blogs von Nischenportalen. Ein Beispiel dafür ist der Blog zum Startup Halaltrip, das sich als Reiseführer für Muslime spezialisiert hat und dementsprechend seinen Fokus auf andere Gesichtspunkte der Reiseplanung legt. Im Zentrum steht dabei das barrierefreie Reisen für Muslime unter Berücksichtigung besonderer Aspekte wie Halal-Speisen oder separater Schwimmbäder für Frauen.
Der Blog von Joobili (Timely Travel – „You Say When – We Say Where“) könnte für Veranstaltungsreisende und Festivalfreunde interessant werden, wenn die Postingfrequenz zunimmt. Bislang gibt es leider noch zu wenig Inhalt.

Da die Interessen und Reisemotive sehr individuell sind, gibt es jetzt keine Top-10-Liste meiner Lieblingsblogs, zumal sich auch meine eigenen Präferenzen laufend ändern. Ranking-Junkies empfehle ich die Travel Blog Rankings, die aus den durchschnittlichen Rankings von Alexa und Compete.com berechnet werden.

Und wohin geht eure nächste Reise? – Ich habe mir für meinen nächsten Urlaub Istanbul vorgenommen. Wer dazu ein paar gute Blogs kennt oder selbst schon einmal in Istanbul war – ich freue mich über Tipps! In diesem Sinne – Bon Blog Voyage! 😉

Written by ilosweb2null

25. Mai 2010 at 13:07

Veröffentlicht in Blogs, Reisen, Webtipps

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Vernetztes Europa: Connecting Digital Natives & Immigrants

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Seit dem Vorschlag der Grünen zu einer Kultur-Flatrate („Grüne machen sich für ‚Kultur-Flatrate‘ stark“) lebt in Österreich wieder die Diskussion über zukunftsfähige Urheberrechtslösungen und Lizenzierungsformen im digitalen Zeitalter auf. Im folgenden Eintrag werde ich selbst keine eigenen Lösungsvorschläge bringen (das überlasse ich Experten wie Gerd Leonhard, die in diesem Bereich über vertiefendes Know-How verfügen) und lege stattdessen den Fokus auf die Kommunikation zwischen den politischen Entscheidungsträgern und verschiedenen Interessensgruppen. So einfach die bloße Debatte im Vergleich zur eigentlichen Lösungsfindung scheint, so selten findet  eine vielseitige und sachliche Diskussion statt. Und diese ist unumgänglich, wenn es darum geht, einen gemeinsamen Nenner zu finden, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind. Erst vor kurzem habe ich ein positives Beispiel nach meinen Vorstellungen erlebt, das ich hier im Blog gerne teilen möchte.

„Ein europäisches Copyright?“: Politik, Wirtschaft und „Onliner“ diskutieren an einem Tisch
30. April: Dr. Eva Lichtenberger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, lädt zum zweiten Round Table über ein europäisches Copyright. Sie diskutiert mit Vertretern aus der Wirtschaft, Politik und aus dem Netz darüber, wie ein europäisches Copyright geregelt sein soll und ob es sinnvoll ist, dass das geltende Territorialitätsprinzip einer grenzüberschreitenden Lösung weicht. Zur Debatte stehen außerdem mögliche Ausnahmen im Urheberrecht für Bibliotheken, Blinde- und Sehbehinderte und für verwaiste Werke, alternative Lizenzierungsmodelle und die Kulturflatrate.

Expertenrunde: Dr. Eva Lichtenberger (stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament), Thomas Geldmacher (Referent für Bildung im Grünen Parlamentsclub), Roland Spitzlinger (Referent für Forschung im Grünen Parlamentsclub), Georg Tomandl (WKÖ Fachverband für Film und Musik), Alexander Hirschenhauser (Verband der unabhängigen Label), Florian Laszlo (Geschäftsführer Observer.at), Volker Eckhart (Transforming Freedom), Bernhard Böhm (Transforming Freedom), Ulrich Lange (Leiter des Instituts für Medienwirtschaft, FH St. Pölten)

Mindestens genauso wertvoll wie die inhaltlichen Informationen fand ich als Gasthörerin und Bloggerin die heterogene Konstellation der Diskussionsrunde und die Tatsache, dass diese von einem Mitglied des Europäischen Parlaments zusammengeführt wurde. Warum ich das wichtig finde?

  1. Neue Rahmenbedingungen erfordern flexible Anpassung: Nicht selten reduzieren Kritiker jene Interessensgruppen, die mit dem bestehenden Urheberrecht im Konflikt stehen, auf Gratiskultur-Anhänger. Tatsächlich ist die Problematik viel komplexer und neue Rahmenbedingungen wie das veränderte Nutzerverhalten schaffen  neue Herausforderungen, die über illegale Musikdownloads hinausgehen.  Die Grenzen zwischen Sender und Empfänger sowie zwischen Produzent und Nutzer verschwimmen zunehmend. In diesem Zusammenhang spricht Axel Bruns vom „produser“, einem aktiven Nutzertyp, der auch selbst Content produziert. Im Vordergrund stehen dabei Vorgänge wie das Nutzen, Produzieren, Publizieren, Teilen und Kollaborieren, aus denen sich neue Inhalte ergeben können. Ein Beispiel dafür sind Mashups, eine Kombination bestehender Inhalte zu einer neuen Komposition. Solche kreativen Prozesse prägen das Zeitalter des Social Web, kollidieren aber nicht selten mit dem bestehenden Urheberrecht bzw. Copyright. Diese komplexe Problematik erfordert daher eine adäquate Behandlung, u.a. durch eine breite und sachliche Diskussion unter Berücksichtigung unterschiedlicher Aspekte und Vermeidung von Pauschalisierungen.
  2. Faire und ausgeglichene Entscheidungsbasis für Politiker: Als Vertreter des Volkes im Parlament müssen Politiker auch Entscheidungen zur Internetregulierung treffen, obwohl der Großteil mit der Nutzungspraxis des neuen Mediums weniger vertraut ist als die „Digital Natives“. Und das sorgt unter Umständen für Unzufriedenheit in der Netzcommunity, welche dann berechtigt ist, wenn Online-Spezialisten nicht in die Diskussion zu möglichen Regulierungsmaßnahmen eingebunden werden. Ich finde, es ist ein Zeichen  großen Verantwortungsbewusstseins gegenüber den Bürgern, wenn sich Politiker bei Unsicherheit verschiedene Ideen und Meinungen von Experten einholen, bevor sie für oder gegen ein Gesetz stimmen oder wenn sie an alternativen Lösungsvorschlägen arbeiten. Im Zusammenhang mit dem Thema Copyright bzw. Urheberrecht sprach Dr. Eva Lichtenberger beim Round Table die unterschiedlichen Interessen der Verwertungsgesellschaften und der Nutzer an und äußerte ihr Interesse daran, beide Seiten in einer Diskussion zusammenzuführen. Das Aufeinandertreffen der beiden Meinungspole hat zwei Vorteile: Politische Entscheidungsträger können Argumente direkt gegenüberstellen und abwiegen und im Idealfall ist eine kritische Diskussion – sofern sachlich geführt, ernst genommen und offen – eine gute Basis für gemeinsame Lösungsansätze.
  3. „Bitte stören!“ – Diesen Spruch habe ich vor Jahren aus einem Frauenmagazin ausgeschnitten und ihn in einer Wandcollage verewigt. Er sorgt seither bei meinen Besuchern für Verwirrungen. Stören muss nicht unbedingt Lärm und Bedrängung bedeuten – produktive Störenfriede kritisieren und widersprechen bloß. Wir alle freuen uns über Lob und Zustimmung, doch in manchen Fällen bringt uns das Unbequeme viel weiter. Und eine kritische Debatte mit Teilnehmern, die unterschiedliche oder gar gegensätzliche Ansichten vertreten,  kann einen nützlichen Perspektivenwechsel bringen, in Sonderfällen die bisherigen Denkweisen verändern oder zumindest dabei helfen, Vorurteile  gegenüber dem Gegenpart abzubauen und seine Position nachzuvollziehen.
  4. Digital Natives sind Doppelstaatsbürger: Die sogenannten „Digital Natives“ sind mit dem Internet besser vertraut als andere, führen aber auch ein Leben abseits der virtuellen Welt. Eine Flucht in eine politische Parallelwelt mit Online-Schwerpunkt könnte daher auch für sie Nachteile bringen, wenn es um andere Interessensgebiete geht, die eine „Internetpartei“ nicht abdeckt. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sich politische Parteien der Themen der Netzcommunity annehmen und sie vor allem ernst nehmen. Unabhängig davon, ob  sich die „Kultur-Flatrate“ als zukunftsfähige Lösung herausstellt oder nicht, ist hervorzuheben, dass sich abgesehen von der Piratenpartei lediglich die Grünen mit den Themen und Anliegen der „Digital Natives“ auf europäischer und nationaler Ebene auseinandergesetzt haben und sie auf die Medienagenda gebracht haben.
  5. Ungleichgewicht entgegenwirken, sonst kippt das Gerüst: „Digital Natives“ sind Spezialisten, wenn es um das Internet und die digitalen Bürgerrechte geht, haben selbst aber wenig Einblick in die wirtschaftliche Praxis und damit auch  in die brancheninternen Prozesse sowie die strukturellen Rahmenbedingungen, unter welchen beispielsweise Verwertungsgesellschaften arbeiten. Die Cyberwelt der Selbstregulierung durch die „Digital Natives“ zu überlassen, würde daher zu einem Ungleichgewicht führen, welches eine Benachteiligung wirtschaftlicher und anderer Interessensgruppen zur Folge hätte. Werden wiederum die Anliegen der Netzcommunity und der Cyber-Rights-Aktivisten ausgeblendet, kommt es zu einem Ungleichgewicht und Defiziten auf der anderen Seite. Zu kritisieren ist in diesem Zusammenhang das einseitig und unter Ausschluss der Öffentlichkeit und NGOs verhandelte ACTA-Abkommen. Die zunehmende Kritik und die Befürchtungen seitens der NGOs wie der EFF (Electronic Frontier Foundation), dass hier die bürgerrechtlichen Interessen zu kurz kommen könnten, sind durchaus berechtigt.

Die Zusammenführung der „Digital Natives“ und der „Digital Immigrants“ ist ein kleiner Abschnitt eines umfangreichen Themenbereichs. Für alle, die sich über die Kommunikationsebene hinaus informieren wollen, habe ich hier ein paar weiterführende Links:

Ergebnisse des Round Table I: „Copyright im Internetzeitalter – quo vadis?“ (Grüne Bildungswerkstatt)

Gerd Leonhard (Media Futurist) – eine meiner Lieblings-Infoquellen zur Zukunft der Medien und der Musik

Produsage – „From Production to Produsage“: Definition, Grundprinzipien, Voraussetzungen, …

Territorialitätsprinzip: Artikel aus dem Duke Law & Technology Review zum paneuropäischen Copyright im Lichte des Territorialitätsprinzips (auch als PDF)

ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement): als Infoquelle zum ACTA-Abkommen eignet sich heise.de besonders gut, weil die Zahl der Artikel mittlerweile sehr umfangreich ist und sie zudem gut untereinander verlinkt sind – z.B. „Kritiker wollen ACTA abspecken“

EFF (Electronic Frontier Foundation): größte NGO für digitale Bürgerrechte, Website enthält interessante Infos aus der Perspektive der Bürgerrechtler: http://www.eff.org/

Kultur-Flatrate:

Österreich:
„Grüne machen sich für ‚Kultur-Flatrate‘ stark“ (ORF Futurezone)

„Verleger fordern Leistungsschutzrecht für Onlineangebote“ (derStandard.at)

Deutschland:
Internet: Pauschal genießen“ (Zeit Online)

Einige berechtigte Argumente der Musikindustrie gegen die Kulturflatrate: „10 Thesen der Musikindustrie gegen die Kulturflatrate“ (netzpolitik.org)

Bündnis 90/Die Grünen: die Antworten auf die Fragen der Musikindustrie: „16 Fragen und 16 Antworten“

International:
Vorschlag der EFF: „Voluntary Collective Licensing of Music File Sharing“

Gerd Leonhard über die „Music Flat Rate“