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Archive for Dezember 2009

Happy Social New Year 2010!

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2009 war das Jahr von Facebook und Twitter. Noch nie war es so einfach, so viele Freunde und Bekannte mit einer Botschaft gleichzeitig zu erreichen und sich wiederum virtuellen Zugang zu ihrem realen Leben zu verschaffen. Wir fanden alte Klassenkollegen wieder und erhielten den Kontakt zu unseren Erasmus-Freunden aufrecht. Verwandte aus dem Ausland waren uns so nah wie noch nie zuvor und nahmen regelmäßig mit Komplimenten auf schöne Fotos und Glückwünschen zu Erfolgen an unserem dokumentierten Alltag teil. Eine schöne neue Welt, die vielleicht doch zu schön ist, um wahr zu sein …

2009 war nämlich auch das Jahr der verzerrten sozialen Wirklichkeit. Facebook-Intensivnutzer kennen das Gefühl: an Tagen, an denen man keine Zeit für persönliche Treffen hat und stattdessen lieber Facebook oder Twitter als Kompakt-Kommunikationsweg vorzieht, ist die empfundene Nähe zu Freunden mit Online-Status höher als zu den Offlinern. Sie wünschen uns gute Besserung und muntern uns auf, wenn wir unseren Status mit „es ist Wochenende und ich bin krank :–(“ updaten und drücken auf den „Like“-Button, wenn wir von einem Erfolgserlebnis berichten. Auf Twitter steigern sie unseren Selbstwert und machen uns „berühmt“, indem sie unsere gelungenen Microblogging-Einträge retweeten.

Was passiert dann aber mit guten Freunden, die Plattformen wie Facebook oder Twitter meiden?  Sie werden gewissermaßen ausgeblendet. Wer also 2009 noch nicht daran gedacht hat, kann es in den guten Vorsätzen für 2010 berücksichtigen: Sie lesen unsere Status-Updates nicht, fordern keinen „Don’t like“-Button, wenn es uns schlecht geht und singen keine Lobeshymnen auf unsere Selbstdarstellungen auf Facebook. Sie followen uns nicht und retweeten keine 140-Zeichen-Weisheiten aus unserer Hand. Aber sie sind für uns da, wenn es um Angelegenheiten geht, die im Normalfall nicht im Live-Feed aufscheinen und verschwinden nicht aus unserem Leben, sobald ihr Profil gelöscht ist. Machen wir das Jahr 2010 also zum Jahr der treuen Offline-Freunde!

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und viel freundschaftlich geteilte Freude im neuen Jahr! – Ilda

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Written by ilosweb2null

31. Dezember 2009 at 15:23

Veröffentlicht in Facebook, Twitter

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Witzige Social Media Kampagnen 2009

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Social sells – wenn es richtig gemacht wird. Hier sind meine 4 Favoriten in der Kategorie Social Media Kampagne / virale Kampagne 2009. Welche Aktion gefällt dir am besten? Unten abstimmen!

Wer sich auf Facebook zum Affen macht, bekommt jetzt große Konkurrenz!
Seit Wochen lächelt mich Topmodel Lena Gercke als Freundschaftsvorschlag an. Nicht Grund genug für mich, ihr eine Anfrage zu schicken. Finde Lena Gercke ja sehr sympathisch, aber zur Kekse- und Lebkuchenzeit habe ich wirklich keine Lust auf glamouröse Fashionshoots, und abseits des Bildschirms bin ich Lena noch nie begegnet. Vielmehr fasziniert mich gerade die Arbeit einer begnadeten Fotografin, die ich in Wien schon öfter live gesehen habe: Nonja. Die Orang-Utan-Dame begeistert derzeit über 60.000 Facebook-Fans mit ihren Fotoshoots aus dem Tiergarten Schönbrunn und wirbt damit für eine Samsung-Kamera. Die Fotowelt aus der Sicht eines Affen ist immerhin eine angenehme Abwechslung zum menschlichen Selbstdarstellungskult auf Facebook.

Österreichs Wähler stimmten für Multikulti!

Vöslauer Balance Kalamansi-Mandarine
Quelle: Vöslauer

Vor ein paar Wochen entdeckte ich im Supermarkt erstmals das neue Vöslauer-Produkt aus der Balance-Reihe – Kalamansi Mandarine. Die Erinnerung an eine witzige Social Media Wahlkampagne wurde wach: Die KosmopolitinKalamansi – Mandarine“ trat im Sommer gegen die heimatverbundene Kandidatin „Birne – Vanille“ an. In ihren Facebook-Profilen präsentierten sie sich von ihrer besten Seite und kämpften mit spritzigen Wahlslogans um Fans als Sympathisanten & Wähler. Diese stimmten auf der Website oder mithilfe von Buzzern auf Werbeplakaten für ihre Favoritin. Für unentschlossene WählerInnen gab es den Orientierungstest auf Facebook („Balance Wahlkampf – Welche Sorte entspricht deinem Charakter“). Und die Siegerin: Die liberale Kalamansi-Mandarine! Wer für die Exotin gestimmt hat, darf sich nun über mehr Kalamansi-Zuwanderung in den Getränkeregalen freuen:  Ich zum Beispiel 🙂

Zu den Facebook-Profilen: Kalamansi-Mandarine vs. Birne – Vanille

Tackfilm

Quelle: tackfilm.se

Held der Nation oder schwarzes Schaf?
Die GEZ machte 2006 die deutschen Schwarzseher in ihrem TV-Spot zu schwarzen Schafen. In Österreich versuchen sprechende Fernseher mit großem Bedürfnis nach Zuneigung den Schwarzsehern ins Gewissen zu reden. Verunsicherung und Abschreckungsversuche führen aber oft zu Abwehrverhalten und Verdrängung.  Die Motivation zum Zahlen funktioniert andersrum: „Schulterklopfen statt Schuldgefühle“ ist das Motto des schwedischen GIS/GEZ-Pendants. Hier werden Gebührenzahler und solche, die es vielleicht in Zukunft noch werden (wollen) in einer viralen Videokampagne als Hoffnungsträger der Nation gefeiert. Mittlerweile gehöre ich auch zu den schwedischen Nationalhelden (Siehe Screenshot nebenan). Geniale Aktion – unbedingt selbst ausprobieren! (Aufgrund großen internationalen Andrangs leider nicht mehr in englischer Version möglich)

Bei einem Whopper hört die Freundschaft auf.
Genauer gesagt sind es 10 Facebook-Freundschaften. Mit der Aktion „Whopper Sacrifice“ sorgte Burger King Anfang 2009 in den USA für Aufsehen. Wer 10 seiner Facebook-Freunde opferte, bekam bei Burger King einen „Whopper“ gratis. (Die Applikation entfernte tatsächlich die ausgewählten Freunde von der Freundesliste!). Wert: 37 Cent. Ergebnis: Fast 234.000 Freunde wurden für jeweils einen Burger im Wert von 37 Cent geopfert = 23.000 Gratis-Coupons. Fazit: Social sells, UNsocial too!

Written by ilosweb2null

14. Dezember 2009 at 10:16

Diplomarbeit: Wahlkampfkommunikation im Social Web

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Back to Blogging! Nach längerer Abwesenheit melde ich mich mit einem neuen Beitrag zurück. Im Blog geht es weiterhin weniger um mich, sondern vielmehr um das Web 2.0 (oder wissenschaftlich korrekter – Social Web, Social Software und Social Media), deshalb nur eine knappe Begründung meiner Abwesenheit: 1. Diplomarbeit – 2. Diplomprüfung – 3.  Verschnaufpause & Energieladung – Und jetzt bin ich wieder da!

Was für Web-2.0-Interessierte durchaus relevant sein könnte, sind die Ergebnisse meiner Diplomarbeit. Thema: Wahlkampfkommunikation im Social Web. Die Chancen und Herausforderungen für österreichische Parteien im Wahlkampf. Hier geht’s zu den Ergebnissen der Arbeit: Diplomarbeit (PDF)

Zusammenfassung (entnommen aus Diplomarbeit):

Österreichische Parteien stehen derzeit im Wahlkampf vor zahlreichen Herausforderungen, die durch den alleinigen Einsatz traditioneller Medien und bisheriger Formen der Online-Kommunikation nur schwer zu bewältigen sind. Zu allgemeinen Problemen wie dem erschwerten direkten Zugang zu den Wählern und dem begrenzten Zugang zur Medien-Agenda kamen in den letzten Jahrzehnten neue Herausforderungen wie die Erosion der Parteibindungen oder die steigende Wählermobilität hinzu. Das Social Web und seine Anwendungen wie Facebook, Twitter, YouTube und Blogs sind durch eine eigene Kommunikationskultur geprägt. Ihre Merkmale weisen gegenüber traditionellen Medien und bisherigen Formen der Online-Kommunikation Stärken aber auch Schwächen auf, die im österreichischen Wahlkampf erfolgskritisch sein können. Auf der einen Seite eröffnet das Social Web Parteien und Politikern zahlreiche Chancen wie die direkte und ungefilterte Kommunikation mit dem Wähler, den Beziehungsaufbau zu relevanten Zielgruppen oder den erleichterten Zugang zu Informationen. Auf der anderen Seite bilden sich neue Herausforderungen für die Wahlkampfkommunikation heraus, darunter das Risiko des Kontrollverlustes über Inhalte oder neue Gatekeeper-Strukturen, die dem ungefilterten Informationsfluss zwischen Parteien und Wählern entgegenwirken. Als Vorbild für einen erfolgreichen Einsatz des Social Web dient Barack Obamas Kampagne im Präsidentschaftswahlkampf 2008. Ergebnisse der Arbeit zeigen jedoch wesentliche Unterschiede zwischen den USA und Österreich im Bezug auf die Rahmenbedingungen für den Wahlkampf und deuten somit darauf hin, dass eine Eins-zu-eins-Übernahme amerikanischer Wahlkampfstrategien im Social Web nicht zielführend ist.

Wenn du dich selbst mit einem ähnlichen Thema beschäftigst, hier 5 Lesetipps aus meiner Literaturliste mit Amazon-Link:

1. Zerfaß, Ansgar/Welker, Martin/Schmidt, Jan (Hrsg.) (2008): Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web. – Fokus: Sozialwissenschaftliche Perspektive, Bedeutung des Social Web für Gesellschaft, Wirtschaft & Politik. Kenne Band 2 & 3. Sehr empfehlenswert! Wer die Bücher noch nicht in der Hand hatte, unbedingt nachholen!
2. Ebersbach, Anja/Glaser, Markus/Heigl, Richard (2008): Social Web. – Grundlagen des Social Web sehr gut abgedeckt.
3. Merz, Manuel/Rhein, Stefan/Vetter, Julia (2008): Handbuch für die politische Online-Kampagne.
– Guter Überblick über relevante Themen aus der Theorie & Praxis des Online Campaigning.
4. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Lernen von Obama? Das Internet als Ressource und Risiko für die Politik. – Leicht irreführender Titel, das Buch enthält tatsächlich mehr als Analysen der Online-Wahlkampfstrategie von Obama 2009. Interessante Beiträge von Chancen & Risiken bis hin zu Mobilisierung , Partizipation & E-Democracy.
5. Zerfaß, Ansgar/Boelter, Dietrich (2005): Die Neuen Meinungsmacher. Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien. – Tipp für den Einstieg in das Thema Blogs & Blogosphäre.

Written by ilosweb2null

10. Dezember 2009 at 11:55