Das Auge surft mit: Polaroid-Ästhetik im Internet
Könnt ihr euch noch an Uboot.com erinnern? Wikipedia beschreibt es als eine “ehemals erfolgreiche, heute jedoch praktisch bedeutungslose Online-Community”. Und eine außerordentlich hässliche obendrein, möchte ich hinzufügen. Das war für eine der am schnellsten wachsenden Online-Communitys in der Zeit um die Millenium-Wende kein Hindernis. Schönheit galt damals nicht als Attribut des Internet. Als sogenanntes “Cyberspace” war es vielmehr die Schnittstelle zu einer spacigen Sci-Fi-Zukunft, markiert durch Neon-Farben, Steel-Look oder Todesstern-Optik. Ein Alptraum für Ästheten.
Ende und Rennaissance der Polaroid-Ästhetik
Das Ende der technisch reproduzierten Schönheit nach dem altmodischen Verständnis war wohl mit dem Ende des Polaroids im Jahr 2008 besiegelt. Der Sofortbild-Kamera-Hersteller gab seinen Kampf gegen die übermächtige digitale Konkurrenz auf. Teuer erzeugte Ungenauigkeit verliert gegen preisgünstige Präzision – ein vorhersehbarer Ausgang. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Digital Natives vier Jahre später nach einem Bildverarbeitungstool verrückt sind, das die hochauflösende Gegenwart in die unscharfe Polaroid-Vergangenheit zurückbeamt. Die neue Ära der Nostalgiker, Ästheten und Hipster Instagram nicht nur Instagram den Start erleichtert, sondern auch dem Polaroid ein erfolgreiches Comeback ermöglicht. Ich kann nicht sagen, was der definitive Auslöser für die Rennaissance der Polaroid-Ästhetik ist, vermute aber, dass der technische Fortschritt in der Fotografie und Bildbearbeitung eine große Rolle spielt. Während unsere Kameras immer näher an die Realität heranrücken, sehnen wir uns wieder nach den kunstvollen Momentaufnahmen im Polaroid-Modus, in denen so manches Detail verschwimmt – vielleicht auch die eine oder andere Sorgenfalte.
Zuerst fotografieren, dann probieren
“Noch nicht essen! Ich muss zuerst ein Foto machen”, hat meine Cousine gestern gesagt, als wir um den gedeckten Tisch zum Sonntagsbrunch gesessen sind. Und auch der Cappuccino in der Abbildung rechts hat es auf Instagram geschafft, noch bevor er gekostet wurde. Die Momentaufnahme ist zu schön, um sie mit dem ersten Schluck zu zerstören, aber gerade schön genug für die Präsentation unserer optischen Highlights des Alltags auf Facebook, Instagram und Pinterest. Gerade letzteres lebt von der Begeisterung seiner User für Stillleben. Wir klicken uns durch menschenleere Wohnzimmer im Vintage-Stil, kreative Schreibtische ohne Papierchaos und ansehnliche Kulinarik. Wenn sich ein Kaffee der Latte Art verschrieben hat statt dem Gusto, schmeckt er dem Auge wohl besser als dem Gaumen und so mancher Cupcake-Zuckerschock bleibt uns dank Foodporn erspart. Denn statt die bunten Törtchen nachzubacken, sammeln wir sie in einem Pinterest-Board namens “Yummy!” mit der Annahme, dass sie tatsächlich so schmecken wie sie aussehen und für den Fall, dass irgendwann doch die Motivation zum Backen aufkommt.
Online-Windowshopping im Polaroid-Format
Auch das Online-Shoppingerlebnis wird ansprechender und erinnert zunehmend an ausgedehntes Windowshopping auf schönen Einkaufsstraßen. So viel wir an Genuss gewinnen, verlieren wir an Zielorientierung, während wir an den unzähligen Schaufenstern vorbeiscrollen und uns durch die schöne Anmutung der Produkte inspirieren lassen. Viele Favoriten schaffen es nicht in den Warenkorb, sondern landen auf Wunschzetteln in Bildform mit dem Titel “Das will ich haben” oder “Das werde ich mir nie leisten können, aber täglich ansehen, bis es mir zu blöd ist”. Der Wandel von der Todesstern-Optik zum schönen Internet scheint vollendet, als selbst der E-Commerce-Riese Ebay seinen Lagerverkaufsstil aufgibt und in Sachen Windowshopping und Polaroid-Ästhetik mit Pinterst, Etsy, Fab & Co. mitzieht.
Blogtipp zum Thema: “Über sinn- und hirnbefreites Online-Windowshopping” von Fanfarella.
Guten Rutsch und frohes neues Jahr 2013!
2012 – ein bewegtes Jahr steht kurz vor dem Ende. Wir scrollen durch unsere Timeline vorbei an neuen Smartphones, die mein Samsung Galaxy S I9000 zum Schmollen bringen, Fenster mit ungewöhnlich weiten Ausblicken und raufenden Internet-Riesen in Tablet-Duellen und Patent-Schlachten. Auf die Mayas aus der Mediamarkt-Werbung warten nun hohe Ratenzahlungen, denn der groß angelegte Weltuntergang fiel nicht so spektakulär aus wie Felix Baumgartners Sprung aus über 39.000 Meter Höhe.
Viele Neuankömmlinge wie finderly mit ihrem mobilen Flohmarkt Shpock, archify, autoshare.at und Spotify haben unser Shopping-, Such- und Alltagserlebnis digital bereichert. Leider habe ich bei so viel Ablenkung den guten alten Blog vernachlässigt. Mein erster guter Vorsatz lautet deshalb: “Ich nehme mir 2013 mehr Zeit fürs Bloggen.”
Es ist ein schönes Gefühl, dass ich dieses Jahr vermutlich noch mehr Menschen mit meinen Neujahrswünschen über Twitter und Facebook erreichen werde als zuvor und mich ebenfalls noch mehr Neujahrswünsche erreichen werden. Dennoch freue ich mich am meisten auf die ersten Sekunden nach 00:00 Uhr, wenn ich meine Freunde zum ersten Mal im neuen Jahr umarmen werde und dann meine Eltern zum sentimentalen Neujahrswunsch auf Bosnisch anrufe.
Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, viele neue digitale Entdeckungen, die das Leben leichter machen, aber vor allem wünsche ich euch schöne Momente mit euren Lieben!
Happy Social New Year 2013!
Printmedien und das digitale Dilemma
Ich kaufe Zeitungen, lese sie, schätze das gut Geschriebene und rieche gerne das frisch Gedruckte. Doch nicht immer reicht die Zeit für den gemütlichen Zeitungsgenuss bei einer Tasse Kaffee. Die Zeitung leidet vor allem im Broadsheet-Format unter der Coffee-to-go-Kultur, in die sich Smartphones einfach besser integrieren lassen. Das ist jedoch nicht ihr einziges Problem und jeder Zeitungsromantiker muss sich das ehrlich eingestehen: Print bringt nicht immer einen Mehrwert. Wenn es um Aktualität und gezielte Informationssuche geht, hat das Internet einen Vorsprung und besonders dann, wenn der Informationsdienst auch noch kostenlos ist. Hier beginnt das digitale Dilemma: Kostenlos mitziehen? Bezahlmauern aufbauen? Mittels Lobbying regulierende Gesätze erwirken? Oder gibt es doch eine Mittellösung, mit der Onliner und Printverlage leben können?
“The flattening process simultaneously broke the traditional newspapers’ monopoly on classified advertising (thanks to Google), its near monopoly on written news and commentary (thanks to bloggers), and its monopoly on distribution (thanks to the Internet). The business model for newspapers has been turned on its head, and the new – survivable – hybrid model for newspapers in a flat world still has not been sorted out.” – Thomas L. Friedman, The World Is Flat (2005)
Etikett “Gratiskultur”
Das Online-Nutzungsverhalten der Digital Natives auf die Gratiskultur zu reduzieren, ist nicht gerecht und in der öffentlichen Diskussion nicht besonders geschickt. Es erinnert mich ein wenig an Mitt Romneys Patzer im US-Wahlkampf, bei dem er Obama-Wähler und somit potentielle Wähler als Schmarotzer bezeichnet hat. Sogenannte “Gratisleser” sind nämlich mögliche Abonnenten für Online-Premiumdienste, sofern für sie ein Mehrwert erkennbar ist. (Hinweis: Ein Artikel mit demselben Informationsgehalt und in derselben Qualität wie ein Gratis-Artikel auf einer anderen Webseite ist kein Mehrwert!) Jene User, die gegen strenge Copyright-Gesetze und Internetüberwachung protestieren und auf Twitter mit konservativen Vertretern aus der Medienwelt streiten, sind nämlich gleichzeitig eine wichtige Zielgruppe. Denn sie zeigen neben ihrer kritischen Haltung auch Affinität zu den (digitalen) Medien.
Paywall vs. Free Content
Solange es starke Online-Auftritte von Zeitungen ohne “Bezahlmauer” gibt, ist die Paywall für den Online-Leser keine attraktive Alternative. Es bedeutet den Verzicht auf ein vielfältiges, kostenloses Medienangebot zugunsten eines einzelnen kostenpflichtigen Mediums.
Anders sieht es bei einem Abo mit breiterem Medienangebot nach dem Vorbild der All-you-can-read-App von Next Issue aus. (gizmodo.com) Hier bietet das Abo für iPad/iPhone-User einen Zugriff auf zahlreiche Magazine der führenden Verlagshäuser, darunter Time, Vanity Fair, GQ und andere. Ich denke, dass so ein bunt gemischtes All-you-can-read-Buffet Potential hat. Auf Zeitungen lässt es sich allerdings schwer übertragen, da sie großteils die gleichen Themen abdecken. Der wahrgenommene Nutzen für den Kunden ist gering, wenn sich die Angebote im Paket nicht ausreichend ergänzen und in Summe somit keinen großen Mehrwert bieten.
Die Sonderstellung von spezialisiertem Content ist wohl auch einer der Gründe, weshalb das Paywall-Modell bei The Wall Street Journal funktioniert. Die Zielgruppe ist fachlich im Wirtschaftssektor angesiedelt, hat ein tendenziell höheres Einkommen und dementsprechend höhere Bezahlbereitschaft für Nachrichten aus der Wirtschafts- und Finanzwelt. Wieder gilt: Das Erlösmodell lässt sich schwer auf eine Tageszeitung ohne wirtschaftlichen Schwerpunkt übertragen.
Wie sieht es mit allgemeinen Beispielen aus? The New York Times setzt auf eine “Light Paywall”, die ab 10 gelesenen Artikeln im Monat gilt. Bisher gilt das Experiment als erfolgreich – somit ein anwendbares Modell für deutschsprachige überregionale Zeitungen? Im Artikel “New York Times: das falsche Pay-Vorbild” (meedia.de) erklärt Stefan Winterbauer, weshalb sich das amerikanische Paywall-Modell schwer auf den deutschsprachigen Raum übertragen lässt.
Wozu überhaupt Mauern bauen? Mail Online zeigte mit seinem starken Umsatzwachstum, dass die Bezahlmauer nicht zwingend notwendig ist, und auch The Guardian bleibt mit seiner Gratis-Strategie weiterhin im Aufwärtstrend. (guardian.co.uk) Ein weiteres positives Gratis-Beispiel ist die Zeitschrift The Atlantic, welche auf alternative Erlösquellen wie Events oder neue Werbeformen im Internet setzt. Ein Lesetipp dazu: “Five reasons why media companies should pay attention to The Atlantic” (gigaom.com) von Mathew Ingram. Die Beispiele dienen nicht unbedingt als Vorlage zum Nachmachen, sondern sollen demonstrieren, dass das Loslassen von altbewährten Prinzipien zu neuen Erfolgswegen führen kann.
Leistungsschutzrecht in Deutschland
In Deutschland sorgt das “Ja” zum Leistungsschutzrecht für Applaus bei den Zeitungsverlagen und für Empörung bei den Bloggern, online-nahen Verbänden wie dem Bitcom, Google und den Nachrichtenaggregatoren. (Heise.de) Für ein besseres Verständnis bietet Neuwal eine gute Erklärung und für die Erfassung der Pros und Contras ließ die Zeit Online Befürworter Christoph Keese und Gegner Till Kreutzer zu Wort kommen. Eine mögliche Umsetzung steht nun auch in Österreich zur Debatte. (derStandard)
Grundsätzlich verstehe ich die Sorge der Zeitungsverlage hinsichtlich der Marktmacht von Google am Online-Anzeigenmarkt und den Ansatz, Unternehmen, die sich am eigenen Content bereichern, zur Kassa zu bitten. Die bisher genannten Argumente für das Leistungsschutzrecht sind allerdings nicht hinreichend und die Folgen einer Umsetzung nicht gut durchdacht. Kritisch sind für mich unter anderem folgende Punkte:
- Dienstleisterfrage: Ist Google tatsächlich ein Kostenlos-Nutzer oder eher ein Traffic-Lieferant? Ein Suchbeispiel: Ich möchte mich schnell über das Leistungsschutzrecht informieren, google es, klicke auf ein Snippet aus den Top 5 und lande beim Originalartikel auf der Webseite der jeweiligen Zeitung. Eine prominente Google-Platzierung, die viele User auf die Seite bringt. Andere Unternehmen zahlen für den Dienst, für den die Verlagshäuser nun Geld verlangen. Wenn das Snippet den kompletten Artikel darstellen würde und damit einen Klick auf die Webseite überflüssig machen würde, gäbe es eine andere Ausgangslage. Das ist hier aber nicht der Fall.
- David vs. Googliath-Rhetorik: Immer wieder wird in den Argumenten für das Leistungsschutzrecht gezielt der große Google-Konzern genannt, der sich – wäre er nicht ohnehin schon so groß – auch noch am Content der Zeitungen bereichert. Dabei werden kleine Start-ups ausgeblendet, die das Leistungsschutzrecht deutlich stärker trifft. Nachrichtenaggregatoren, die von Start-ups entwickelt wurden, haben im Gegensatz zu Google nur dieses eine Standbein. Sie spielen im Internet eine wichtige Rolle, da sie Struktur und Überblick in die laufende Informationsflut bringen und somit die Nachrichtenversorgung vereinfachen.
- Innovationsbarriere: Das Leistungsschutzrecht gefährdet neue Entwicklungen im Bereich der Nachrichtenaggregation und bildet eine Eintrittsbarriere für Start-ups, die für frischen Wind im Online-Markt sorgen. Aus internationaler Sicht ist das kein gutes Aushängeschild für Deutschland und seine Hautptstadt Berlin, die sich in den letzten Jahren zu einer europäischen Start-up-Metropole entwickelt hat. Und während das Leistungsschutzrecht den Innovationszeiger dort auf Slow Motion dreht, entstehen weltweit im Schnelltempo neue Ideen und Online-Dienste, die im Internet mit dem nationalen Angebot konkurrieren. Wie reagiert der nationale Markt auf diese neuen “Bedrohungen”? Schwerfällig mit neuen bremsenden Regulierungsmaßnahmen oder dynamisch mit Innovationen, die international mithalten können?
Innovation vs. Regulierung
Innovation und Regulierung sind keine Gegensätze, jedoch auch keine Freunde, denn regulierende Eingriffe wirken sich nachteilig auf neue Entwicklungen am Markt aus. So bringen sie vielleicht kurzfristig erwünschte Erfolge, täuschen jedoch nicht über die Realität in der Medienwirtschaft hinweg, die neue Ideen und Wachstum erfordert. Den Vorwurf, dass die Nutzugskultur im Internet anarchistisch sei und den Versuch zur Umerziehung der Digital Natives mit Strafmaßnahmen wie den Three-strikes-Verfahren kennen wir ja schon aus der Musik- und Filmindustrie. Mittlerweile wird das französische “Copyright-Strafsenat” aufgrund seiner geringen Effektivität in Frage gestellt (Heise.de), während Musik-Streaming-Dienste wie Spotify mit Freemium-Modell (werbefinanzierter Gratisdienst und werbefreie Premium-Modelle) bereits legale Alternativen für den fast unbegrenzten Musikspaß bieten. Ausgereift sind sie noch lange nicht, wie auch jüngste Zahlen zeigen (Futurezone.at), bieten jedoch mehr Potential für Innovation und Wachstum als restriktive Gesetze, die lediglich die “alte Ordnung” wiederherstellen sollen.
(aktualisiert am 01. Oktober 2012)
Inspiration im Web: Such sie nicht, sie findet dich!

Nach einer halbjährigen Blogpause melde ich mich zurück mit neuer Inspiration. Wie es mit den Musen so ist, finden wir sie selten dort, wo wir sie suchen. Wenn wir auf Google nach unserer “Muse” suchen, finden wir zunächst die gleichnamige britische Rockband. Auf Wikipedia begegnen wir Klio, Thalia und Erato aus der griechischen Mythologie. Wo verstecken sich aber die Online-Musen, die uns Bloggern, Microbloggern, Webdesignern, Grafikern und Online-Redakteuren dabei helfen, etwas Geniales zu finden, wonach wir im Web gar nicht erst gesucht haben?
Hier sind meine Lieblings-Fundgruben für interessante Webseiten, Ideen und Inspirationen:
1. StumbleUpon (www.stumbleupon.com)
Der “Stumble!”-Button ist einer meiner längsten Web-Begleiter und verdient hier deshalb einen besonderen Platz. Wie der Name verrät, lässt uns der Button über Webseiten stolpern, die wir sonst vielleicht nie entdeckt hätten. Die Ergebnisse leiten sich von unseren definierten Interessensgebieten und dem bisherigen Stumble-Verhalten (Like/Dislike) ab. Ein wichtiger Treiber ist der längere Lebenszyklus der Webseiten im Vergleich zu den geteilten Links auf Twitter oder Facebook, wie folgende Infografik zeigt. So stolpert der User hier über einiges, was auf Facebook und Twitter bereits untergegangen ist.
Und wenn die Stumble-Session mal nicht so ergiebig war, inspirieren vielleicht Interessensgruppen, die Favoriten anderer Stumbler oder Channels. Ich empfehle beim Fall in ein “Stumble-Loch” aber eine kurze Auszeit, ebenso auch bei einer zu lange anhaltenden “Stumble-Glückssträhne”, denn der Button hat Suchtpotential. Weit verbreitetes Symptom: “Noch 3 Klicks und dann ist Schluss… Ok, nur noch einmal und dann wirklich…”
2. Fubiz (www.fubiz.net)
Eine gewisse Dosis Inspiration schwebt wohl in der Pariser Luft. Und wer 8,30 € für eine Dose davon zu teuer findet, holt sich die Inspiration besser kostenlos auf dem Pariser Designportal Fubiz – ideal für den Inspirations-Snack zwischendurch. Und als Ergänzung für eine ausgewogene Inspirationseinnahme: Abduzeedo, From up North und Art-Spire.
3. SmashingMagazine (www.smashingmagazine.com)
Das SmashingMagazine informiert und inspiriert zu Themen wie (Web) Design und Usability. Ein nettes Feature ist der monatliche Wallpaper Calendar, der uns zum regelmäßigen Tapetenwechsel auf unserem Bildschirm animiert und unsere Desktops und Köpfe vom eingeschränkten Horizont der Windows-Wiese und der Palmen-Strände auf den Seychellen befreit. Etwas weniger bekannte und dennoch empfehlenswerte Alternativen sind Design Shack und SpyreStudios.
4. Brain Pickings (www.brainpickings.org)
“Brain Pickings is a human-powered discovery engine for interestingness, culling and curating cross-disciplinary curiosity-quenchers, and separating the signal from the noise to bring you things you didn’t know you were interested in until you are.” (Brain Pickings Webseite)
Wenn die Redakteure von Brain Pickings in unseren Gehirnen herumstochern, bringen sie uns dazu, uns über Dinge Gedanken zu machen, denen wir bislang nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt haben, Selbstverständliches zu hinterfragen und Undenkbares zu durchdenken. Immer wieder begegnen wir dabei großen Persönlichkeiten wie F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway oder Salvador Dalí und holen uns aus der Vergangenheit Inspirationen für die gestalterische Gegenwart. Ein bisschen wie im Film “Midnight in Paris“, nur eben im Internet.
5. Twitter-Listen
Twitter-Listen sind ein nützliches Filter-Feature, wenn die Timeline von Social Media bis Sportergebnissen reicht. Ich sammle zum Beispiel Twitter-Profile aus dem kreativen Umfeld in meiner “Creative“-Liste. Hier sind die “Creatives” unter sich und gehen auch bei geringerer Postingfrequenz nicht so schnell unter wie in der Standard-Timeline.
6. Pinterest (www.pinterest.com)
Ähnlich wie Instagramm punktet Pinterest mit Vintage-Ästhetik und inspiriert mit der Anmutung eines altmodischen Polaroid-Bildes. Follow-Tipps: Designshack empfiehlt 200+ Pinterest Boards für Designer aller Art.
7. The 99 Percent (www.the99percent.com)
“Genius is 1% inspiration and 99% perspiration” (Thomas Edison / The99Percent.com)
Die Idee ist schon geboren, wie geht es weiter? “The 99 Percent” geht davon aus, dass mit der Inspiration erst 1% der Arbeit getan ist. Entscheidend ist, wie eine Idee verwirklicht wird, und auf diesem Weg können wir uns hier nützliche Tipps holen.
8. Dribbble (www.dribbble.com)
Dribbble ist ein virtueller Schaukasten für Web-Designer und Grafiker, die zeigen wollen, was sie können und gleichzeitig für jene, die nach neuer Inspiration suchen. Die eigenen Skills in Mappen verstecken und erst beim Vorstellungsgespräch auspacken ist eben “sowas von 1.0″ – vom “Share, Show & Tell” haben dagegen alle was.
9. The Idea Swap (www.theideaswap.com)
Das Konzept von The Idea Swap: Schreibe eine Idee, die dir gerade einfällt auf das Notizblatt und tausche sie gegen die Ideen von anderen. Vielleicht bringt dich jemand vom anderen Ende der Welt auf neue Gedanken. Und wenn keine passende Idee für die eigenen Projekte dabei ist, sorgt das Glückskeks-Schema zumindest für Spaß und Auflockerung. Übrigens, ein Stück Kuchen wäre jetzt genau das Richtige…
10. Stereomood (http://www.stereomood.com)
Das Auge hatte für heute schon genug, jetzt ist das Ohr dran! Das Konzept von Stereomood: Musik hören, die zur Laune, zur Situation oder als Begleitung zur jeweiligen Aktivität passt. Energisch oder melancholisch? Beim Schreiben, in der U-Bahn oder soeben erst aufgewacht? Finde deine Stereomood.
Wo sich die Inspiration sonst noch versteckt? Laut einem Artikel auf SpyreStudios.com überall, man muss der Umwelt nur mehr Aufmerksamkeit schenken. Ansonsten zeigt euch dieses Video 29 Wege, um kreativ zu bleiben.
Halloween 2011: Erschreckendes aus dem Web
Bei Halloween ist es bei mir so wie mit dem Valentinstag. Auch wenn ich nicht mitmache, schaue ich mir dennoch gerne an, was sich die Fans des Gruselfeiertags diesmal überlegt haben. Die Ideen reichen dabei von erschreckend bis hin zu erschreckend brav. Hier ein paar Eindrücke:
Super Mario, Peach und die Angry Birds: Die Geeks, Geekettes und Gamefreaks haben zu Halloween ihren großen Spaß, wenn sie in die Rollen ihrer Lieblingsfiguren schlüpfen. Gruselig sind die Kostüme zwar nicht, aber wann hat der N64-Fan sonst im realen Leben die Gelegenheit, als Mario verkleidet seine Peach zu erobern? Der Kostümfavorit dieses Jahr sind aber wohl die Angry Birds. Zumindest hat ihnen Mashable eine eigene Slideshow gewidmet. Hier geht es zu den besten Angry-Birds-Interpretationen.
Ein Herz fürs Kochen… und andere Innereien: Wenn Lilli ihre frisch gebackenen Kunstwerke in ihrem Blog präsentiert, läuft dem Leser normalerweise das Wasser im Mund zusammen. Aber Vorsicht, die Halloween-Spezialitäten könnten euch den Appetit verderben, auch wenn sich die bloggende Kuchenbäckerin dafür nicht weniger Mühe gegeben hat als sonst. Hier ein paar Kostproben für starke Mägen.
Das grüne Android-Männchen gibt’s auch als Kürbis: CIO.com präsentiert die spuktakulären Android-Apps zum diesjährigen Halloween-Fest nach dem Motto “Android apps that range from frightening to frighteningly useless.”
Halloween-Romantik in Japan: Ein amerikanischer Expat-Blogger berichtet über den aufkommenden Halloween-Boom in Japan. Hier füllen Kürbisse und Gespenster nicht nur die Regale in Supermärkten und Spielwarengeschäften – auch die Hochzeitsindustrie wirbt mit Halloween-Romantik. Ist das Gruselfest nicht ein schöner Anlass für einen Heiratsantrag?



